Konzept

Das Konzept von «Literatur, die ankommt»

 Jugendliche sollen Literatur kennenlernen, Geschichten im Zusammenhang erleben und eigene Gedanken zu Figuren, Sprache und Konflikten entwickeln können.

«Literatur, die ankommt» verbindet dafür sprachlich bearbeitete Klassiker mit einem durchdachten Unterrichtsweg. Leseetappen, gemeinsame Gespräche, Aufgaben und passende Hilfen greifen ineinander. Die Reihe richtet sich an die Sekundarstufe I und berücksichtigt unterschiedliche Lesevoraussetzungen.

Gottfried Kellers «Kleider machen Leute» ergänzt die Reihe als Novelle für die 8. und 9. Klasse. Die deutsche Erprobungsfassung 1.1 und eigenständige englische, französische und italienische Sprachausgaben liegen vor. Zielgruppen und Materialzugang sind auf den jeweiligen Werkseiten ausgewiesen.

Die folgenden fünf Bereiche stellen die zentralen Gedanken vor.

Literatur zugänglich machen

Welche Zugänge eröffnet die Reihe? Erfahre mehr über ihr Anliegen, ihre Zielgruppe und die Verbindung von Lesefreude und literarischem Anspruch.

Vom verständlichen Text zum literarischen Verstehen

Genaues Lesen, gemeinsame Gespräche und begründete Deutungen führen die Beschäftigung mit dem Werk weiter. Figuren, Sprache und Erzählweise stehen dabei im Mittelpunkt.

Ein Unterrichtsweg mit verbundenen Materialien

Lesefassung, Unterrichtsfassung, Handbuch, Portfolio, Standortbestimmungen und Abschlussprodukt erfüllen unterschiedliche Aufgaben innerhalb eines gemeinsamen Lernwegs.

Unterschiedliche Lesevoraussetzungen berücksichtigen

Gemeinsame Schlüsselstellen und überschaubare Leseetappen geben Orientierung. Abgestufte Hilfen und vertiefende Aufgaben eröffnen unterschiedliche Bearbeitungswege.

Fachliche Grundlagen und Weiterentwicklung

Erhalte einen Einblick in die Grundlagen der Reihe, ihren Entwicklungsstand und die vorgesehene Erprobung im Unterricht.

Die ausführliche Grundlage: der Begleitband

Der Begleitband verbindet Forschungsbezüge, didaktische Begründungen und ausgearbeitete Praxisbeispiele. Er erläutert die übergreifenden Entscheidungen der Reihe und bietet Lehrpersonen eine vertiefte Grundlage für die Arbeit mit den Unterrichtspaketen. Seine Veröffentlichung ist als eigenständiger Bestandteil des späteren Angebots vorgesehen.

Cover des Begleitbands «Literatur, die ankommt», Fassung 1.1. Die fachlichen Grundlagen und der vorgesehene Veröffentlichungsstand werden im Begleittext erläutert.

Der Begleitband auf einen Blick

Für wen?

Für Lehrpersonen der Sekundarstufe I sowie Fachpersonen in der Aus- und Weiterbildung, die Literatur für Jugendliche zugänglich machen und ihre Unterrichtsentscheidungen fachlich begründen möchten.

Welche Fragen behandelt der Band?

  • Wie lassen sich Lesefreude, sprachliche Herausforderung und literarisches Verstehen verbinden?
  • Wie kann eine sprachliche Bearbeitung den Zugang erleichtern und zugleich die Eigenart des Werks bewahren?
  • Wie ermöglichen gemeinsame Texte und abgestufte Hilfen die Arbeit mit unterschiedlichen Lesevoraussetzungen?
  • Wie unterstützen Gestaltung, Aufgaben und Rückmeldungen einen zusammenhängenden Unterrichtsweg?
  • Wie werden Qualität, Textgrundlagen und Nutzungsrechte geprüft, und welche Fragen bleiben für die Praxiserprobung offen?

Tom Sawyer dient als konkretes Beispiel dafür, wie die übergreifenden Überlegungen am einzelnen Werk umgesetzt werden.

Was gewinnt eine Lehrperson durch die vollständige Lektüre?

Der Band erklärt die Entscheidungen hinter den Unterrichtspaketen. Er bietet einen begründeten Rahmen, um Materialien bewusst auszuwählen, Hilfen passend einzusetzen und die Planung an die eigene Klasse anzupassen. Seine Überlegungen geben zugleich Anregungen für die Arbeit mit weiteren literarischen Werken.

Ein Blick ins Vorwort

Vorwort des Begleitbands, Seite 8, Fassung 1.1. Einblick in die Ausgangspunkte der Reihe; Zielgruppe und didaktischer Ansatz werden auch im Seitentext erläutert. Vorwort des Begleitbands, Seite 9, Fassung 1.1: vollständige literarische Werke, sprachliche Unterstützung und die Weiterentwicklung durch Unterrichtserfahrungen.

Die Person hinter der Reihe

Edwin Zschaler

Edwin Zschaler · Lehrer, Autor und Herausgeber

Meine Freude am Lesen begann lange vor meinem ersten Unterrichtstag. Als Kind konnte ich in Geschichten versinken, fremde Welten entdecken und mit Figuren mitgehen, die mir noch lange nach der letzten Seite im Kopf blieben. Dabei entwickelte sich auch meine Aufmerksamkeit für Sprache: für einen treffenden Ausdruck, den Klang eines Satzes oder einen Witz, der erst beim zweiten Lesen sichtbar wird.

Diese Erfahrung möchte ich Jugendlichen ermöglichen.

Aus Unterrichtserfahrung gewachsen

Dreissig Jahre an der Schweizer Volksschule, auf unterschiedlichen Stufen und mit der Sekundarschule als Schwerpunkt, bilden den beruflichen Hintergrund von «Literatur, die ankommt». Hinzu kommen zwei Jahre an einer deutschen internationalen Schule im Ausland, wo Sprachen im Mittelpunkt meiner Arbeit standen.

Im Unterricht begegne ich Jugendlichen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Manche finden sofort in eine Geschichte. Andere brauchen Unterstützung, um Wörter zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen oder bei einem längeren Text dranzubleiben. Zugleich erlebe ich, wie genau Jugendliche beobachten und wie eigenständig sie denken können, wenn sie einen Zugang gefunden haben.

Literatur soll etwas auslösen dürfen

Mich interessiert der Moment, in dem eine Figur plötzlich verständlich wird, eine vermeintlich einfache Szene Fragen aufwirft oder eine Klasse über unterschiedliche Deutungen ins Gespräch kommt. Für solche Erfahrungen braucht es Zeit zum Lesen, passende Unterstützung und Aufgaben, die das Weiterdenken anregen.

Aus diesem Anliegen entwickle ich die Reihe. Sprachliche Bearbeitung, Unterrichtsplanung und Materialien gehören für mich zusammen. Sie sollen Lehrpersonen einen verlässlichen Ausgangspunkt geben und Jugendlichen Raum für eigene Entdeckungen eröffnen.

Mit Überzeugung – und offen für Rückmeldungen

Ich verantworte das Konzept, die sprachliche Bearbeitung, die didaktische Ausarbeitung und die Herausgabe. Die Erprobung ist für mich ein wesentlicher Teil dieser Arbeit: Erfahrungen anderer Lehrpersonen sollen zeigen, was trägt und was verbessert werden muss.
Mein Wunsch ist, dass Jugendliche beim Lesen etwas finden, das ihnen persönlich etwas bedeutet – und einen Grund, die nächste Seite aufzuschlagen.