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1819–1890

Gottfried Keller

Schein, Sein und der Blick der anderen. Keller verbindet genaue Beobachtung mit feiner Ironie und Fragen nach Anerkennung und Verantwortung.

In Gottfried Kellers Erzählwelt sind gesellschaftliche Urteile selten so sicher, wie die Figuren glauben. Ein Mantel, eine Geste oder ein Schweigen kann genügen, damit andere sich ein Bild machen. Der Erzähler lässt uns genauer hinsehen: Mitgefühl und komische Distanz, Scham und Selbstbehauptung bleiben nebeneinander bestehen. Diese Mehrdeutigkeit macht Keller zu einem eigenständigen Autor innerhalb der Reihe.

Porträt von Gottfried Keller
Johannes Ganz, 1885 · Zentralbibliothek Zürich

Werke in der Reihe